Das Diabetes-Zentrum im Überblick

Hintergrund Diabetes

Diabetes – häufigste chronische Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter

Insgesamt sind nach aktuellen Daten in Deutschland in der Altersgruppe von 0 bis 19 Jahren etwa 30.000 Kinder und Jugendliche von einem Typ 1-Diabetes betroffen, davon sind etwa 15.000 Kinder jünger als 14 Jahre. In Baden-Württemberg leben ca. 2.500 Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus, jährlich erkranken ca. 300 Kinder neu. Der Diabetes ist damit die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindesalter.

Bei dem Typ 1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, in dessen Folge die insulinproduzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden und somit zur Stoffwechselregulation nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Erkrankung ist daher durch einen lebenslangen absoluten Insulinmangel gekennzeichnet, der durch exogen gespritztes Insulin kompensiert werden muss. Bisher gibt es keine Heilungsmöglichkeiten für diese chronische Erkrankung.

Diabetes – die Therapieziele

Kinder und Jugendliche mit Diabetes müssen mehrmals täglich ihren Blutzucker kontrollieren, die Insulindosis festlegen, das Insulin spritzen und ihre Ernährung wie auch ihre Bewegung darauf abstimmen. Je jünger sie sind, desto stärker sind sie dabei auf die Hilfe und Unterstützung von Erwachsenen angewiesen.

Im Vordergrund der Therapie steht das Ziel einer normalen körperlichen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, vor allem im Hinblick auf ein altersgerechtes Längenwachstum und einen normalen Pubertätsbeginn. Auch müssen schwere Stoffwechselentgleisungen wie Unterzuckerungen (zu tiefe Blutzuckerwerte) und Ketoazidosen (zu hohe Blutzuckerwerte) bis hin zu einem lebensbedrohlichen diabetischen Koma vermieden werden. Um langfristig Folgeerkrankungen des Diabetes wie Blindheit, Nierenversagen, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Amputation zu vermeiden, ist eine normnahe Blutzuckereinstellung wie bei Stoffwechselgesunden anzustreben. Daneben soll einem Kind oder Jugendlichen eine normale psychosoziale Entwicklung ermöglicht werden.

Für Kinder und Jugendliche wie auch deren Eltern und Angehörige ist es nicht einfach, die Erkrankung zu akzeptieren und sich tagtäglich um eine gute Stoffwechselführung zu bemühen, um Akut- und Folgekomplikationen zu vermeiden. Die Vermeidung psychischer Probleme und Entwicklungsproblemen steht daher ebenfalls im Zentrum der therapeutischen Bemühungen. Mit der richtigen Einstellung zur Erkrankung, der richtigen Therapieform und sachgerechten Therapiedurchführung im Alltag lässt sich der Diabetes mellitus gut behandeln. Hierzu ist ein abgestimmtes Therapiekonzept mit stationären und ambulanten Therapiemaßnahmen erforderlich.

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